Pioniere der unterirdischen Enteisenung

Die Technologie der unterirdischen Enteisenung ist nahezu so alt wie die herkömmliche
oberirdische Enteisenung und wurde bereits Ende des 19. Jahrhunderts beschrieben.
Die ersten beiden unterirdischen Enteisenungsanlagen in Deutschland wurden 1898/99
von Oesten in Berlin errichtet (Rott & Friedle, 2000). Am 03.02.1900 erhielt Oesten ein
Patent auf das Enteisenen von Grundwasser im Untergrund selbst (Patentschrift Nr. 114709 - Kaiserliches Patentamt des Deutschen Reiches).

Die Folgejahre bis heute

Im geteilten Deutschland lief die Forschung zur unterirdischen Enteisenung parallel.
Vom Verfahren FERMANOX laufen bis heute über 8.500 Anlagen.
Für die Bundesländer Berlin / Brandenburg und Sachsen steht Ihnen die Firma
Thomas Müller Umwelttechnik aus Berlin von der Wasseranalyse des Brunnenrohwassers
über den gesamten Verfahrensweg des Aufbereitungsprozesses bis zur Nachkontrolle
entsprechend den Parametern der Trinkwasserverordnung zur Verfügung.

Notwendigkeiten der Aufbereitung / Grundlagen / Vorteile des Verfahrens

In vielen Porengrundwasserleitern in Deutschland und anderen Ländern treten Eisen- Mangangehalte auf, die eine Aufbereitung des Grundwassers vor einer Verwendung als Trinkwasser erfordern. Trinkwasser soll gemäß Trinkwasserverordnung in Deutschland nicht mehr als 0,2 mg/l Eisen und 0,05 mg/l Mangan enthalten. Die Festlegung geht dabei nicht auf gesundheitliche Bedenken zurück, sondern vor allem auf technische Anforderungen. Generell ist ein möglichst geringer Eisen- und Mangangehalt im Trinkwasser günstig, um Ablagerungen im Rohrnetz und in Armaturen bzw. eine Braunfärbung / Trübung und geschmackliche Beeinträchtigungen des Trinkwassers zu vermeiden. Gleiches gilt vielerorts für die Verwendung als Brauchwasser in der Industrie bis hin zum Bewässerungssystem in der Landwirtschaft.
Das Verfahrensprinzip der unterirdischen Enteisenung besteht in der Einleitung von sauerstoffhaltigem Wasser (Infiltrationswasser) in den Untergrund, um eine so genannte Oxidationszone zu schaffen, in der gelöstes Eisen (II) und Mangan (II) zu Eisen (III) und Mangan (IV) oxidiert und als schwer lösliche Metalloxidhydrate abgeschieden werden (Groth et al., 1988).

Die wichtigsten Vorteile des Verfahrens sind:

Einsparung oberirdischer Aufbereitungsanlagen zur Enteisenung / Entmanganung
und damit kein Wechsel von Filtermaterialien
Wegfall von Entsorgungskosten schlammhaltiger Wässer und Schlämme
Wegfall von Aufwendungen für die Brunnenregeneration
Kein Einsatz von technischen Oxidationsmitteln (technischer Sauerstoff,
Druckbelüftung, Kaliumpermanganat)
Geringster Wartungsaufwand nur durch den Betreiber
Gleichzeitiger Abbau von Ammonium
Gleichzeitiger Abbau von eventuell vorhandenen Geruchsbelästigungen durch
Schwefelwasserstoffausgasung

Die Grundsätze zur unterirdischen Enteisenung und Entmanganung von Grundwasser sind
in der Technischen Regel des DVGW im Arbeitsblatt W 223-1 und W 223-3 festgeschrieben.
Fermanox